Dein erstes UX Portfolio erstellen: Alles, was du wissen musst

UX Portfolio erstellen

Letztes Update: 14. November 2021

Du hast also vor, dich als UX Designer zu bewerben. Der erste Schritt zum Ziel ist natürlich, die Konzepte und Methoden des UX Design zu lernen.

In diesem Artikel stellen wir dir die besten Kurse vor, um UX Designer zu werden. 

Aber theoretisches Wissen allein nicht reicht, um dich erfolgreich als UX Designer bei Agenturen und Unternehmen zu bewerben. Du musst demonstrieren, dass du dein Wissen in Projekten auch umsetzen kannst. 

Dazu erstellst du ein UX Portfolio.

Was ist ein UX Portfolio?

Mit dem UX Portfolio präsentierst du deine besten Arbeiten als UX Designer. Es ist üblich, das  Portfolio als Website oder PDF zu gestalten. 

Beides hat seine Vorteile und von Recruiterseite ist es sicher Geschmackssache. Idealerweise bereitest du beides vor. Ansonsten bin ich persönlich ein Fan von Websites, da sie einfach viel flexibler sind als PDF und sich auch viel einfacher teilen lassen. Wenn ich im Folgenden also von Portfolio spreche, beziehe ich mich immer auf eine Website.

Deine ausgewählten Projekte stellst du im Portfolio als Case Study, auf deutsch Fallstudie, vor.

Was ist eine Case Study

Case Studies sind im UX Design Arbeitsbeispiele, die ansprechend und überzeugend mit Text und Bildanteilen den Arbeitsprozess und Ergebnisse eine UX Projektes präsentieren.

Warum brauchst du ein UX Portfolio?

Wenn du dich als UX Designer bewirbst, wird von dir erwartet, dass du ein Portfolio vorlegst. Das ist sogar noch wichtiger als der Lebenslauf.

Das Portfolio ist natürlich in erster Linie dazu da, Recruitern zu zeigen, was du schon kannst, welche Projekte du schon gemacht hast, und in welcher Rolle du beteiligt warst.

Aber das Portfolio gibt dir auch viele weitere Chancen, zu zeigen, was du drauf hast.

  • Du kannst mit einem Portfolio zeigen, dass du bereit bist, sehr viel Mühe und Zeit in deine Präsentation zu investieren.
  • Indem du in Aufbau und Layout des Portfolio selbst UX-Grundsätze beherzigst und auf das Design achtest, machst du das Portfolio selbst zu einem repräsentativen Projekt
  • Das Portfolio gibt dir die Möglichkeit, weitere begehrte Skills einfließen zu lassen. Wenn du zum Beispiel HTML, CSS oder sogar JavaScript beherrschst, kannst du selbst eine Website bauen. 

Was gehört in ein UX Portfolio?

 Ein Portfolio sollte unbedingt enthalten: 

  • Headline
  • Kurze Beschreibung
  • Portfolio mit den 3-6 jüngsten und repräsentativsten Projekten
  • Kontaktdaten
  • Über mich Seite

Erinnerst du dich noch an den Matheunterricht? Ich war in Mathe eher mitetlmäßig und hatte in Klassenarbeiten häufig falsche Ergebnisse. Das hätte mir fatal schlechte Noten einbringen können. Aber zum Glück gab es einen Rettungsanker: den richtigen Rechenweg. Das war genial, weil man mit dem richtigen Rechenweg zeigen konnte, dass man das Prinzip verstanden hatte, auch wenn das Ergebnis falsch war. So war das oft bei mir: ich hatte das Konzept drauf, aber beim Rechnen war ich meistens ungeduldig und ein bisschen schludrig.

Bei einem UX Portfolio ist es ähnlich. Nicht, dass du ein schludriges Portfolio vorlegen sollst – bloß nicht! 

Was ich sagen will ist, dass es nicht reicht, bloß ein paar schicke Bilder eines fix und fertigen Appdesigns vorzulegen. Das ist zwar auch wichtig, schließlich wirst du in einem stark visuell geprägten Bereich arbeiten. 

Worauf es aber beim Portfolio vielmehr ankommt, ist, den “Rechenweg” eines Projektes zu zeigen, die Denkprozesse:

  • Was war das Problem, das es zu lösen galt?
  • Wer war Teil des Teams, und was war deine Funktion? 
  • Wie seid Ihr auf die Lösung gekommen ?
  • Wie verlief der Design-Prozess? Welche Methoden sind zum Einsatz gekommen? Zeige anhand von repräsentativen Bildern und kurzen Beschreibungen den Denkprozess, die Entwicklung des Projekts.
  • Welche Tools, welche hast du benutzt?
  • Welche UX Methoden hast du angewendet? Zeige echte Beispiele deiner
    • Wireframes
    • Prototypes
    • Sketches
    • Personas 
    • User Journey
    • Research

Vielleicht stellst du dir auch die Frage, ob du das Portfolio auf englisch oder deutsch verfassen solltest. Im UX Design und überhaupt in Unternehmen, die auf UX setzen, hast du es wahrscheinlich mit recht internationalen Teams zu tun. Die gängige Umgangssprache ist dann englisch. Auch ist es wichtig zu zeigen, dass du die Terminologie in englisch drauf hast, auch wenn du vielleicht einen Kurs auf deutsch gemacht hast. 

Ideal wäre es, wenn du dein Portfolio gleich zweisprachig aufstellst, im Zweifel würde ich jedoch für englisch plädieren. Klar, wenn du schon weißt, dass du dich nur auf Stellen bewerben möchtest, wo deutsch gesprochen wird, ist das dann auch die Sprache der Wahl für dein Portfolio.

Ich bin Einsteiger*in – wie sollte ich mein Portfolio aufbauen?

Vielleicht bist du beim Lesen schon unruhig geworden, als ich oben davon schrieb, das ganze Team bei deinen Projekten aufzuzählen. Wenn du bereits als Designer gearbeitet hast, hast du natürlich bereits Material für dein UX Portfolio. Aber als Anfänger*in fehlt dir die Praxiserfahrung, und mit einem Team hast du wahrscheinlich auch noch nicht gearbeitet. 

Das wissen Arbeitgeber*innen selbstverständlich, du musst dir also nichts aus den Fingern saugen oder kleine Einzelprojekte mit Halbwahrheiten anfüttern.

Konzentriere dich als Einsteiger*in auf das, was du zeigen kannst: 

Entwickle eigene Projekte und konzentriere dich im Portfolio auf die Methodik. Zeige Persönlichkeit. Betone nicht, was du nicht kannst, sondern fokussiere ich darauf, optimal zu präsentieren, was du kannst.

Wo bekomme ich als Einsteiger*in Projekte her?

Sofern du nicht bereits in anderen Rollen Teil eines UX-Teams warst, hast du vermutlich keine echten Cases als UX Designer vorzuweisen. Deshalb gilt es, kreativ zu werden.

Wenn du einen guten UX Kurs oder Bootcamp besucht hast, müsstest du bereits mindestens ein größeres Projekt von vorne bis hinten durchgeführt haben oder kurz davor stehen. Gibt dir richtig viel Mühe und denke von Anfang an daran, dass es sich nicht nur um eine Übungsaufgabe handelt, sondern um ein wertvolle Use Case für dein UX Portfolio. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, hilft dir dieser Artikel, den Einstieg in die UX zu finden.

Möglicherweise hast du ein Freunde oder Bekannte, die gerade an einer Website, einer App oder Software arbeiten und deine Hilfe als UX Designer dankend annehmen würden. Als Ausgleich darfst du Ihren Fall als Projekt für dein Portfolio verwenden.

Oft wird auch empfohlen, weitere pro bono Aufträge zu übernehmen. Diese Art Ehrenamt ist in Deutschland noch nicht ganz so verbreitet wie in den USA. Aber stöbere doch mal auf youvo.de oder bei vostel.de, du wirst sicher fündig.

Des Weiteren kannst du auf eigene Faust UX-Projekte von der Idee bis zum fertigen Design entwickeln.  Wähle dein Projekt so aus, dass es groß genug ist, um alle zentralen Schritte des Design-Prozess durchzuführen. Aber achte auch darauf, dass dir das Projekt nicht so groß wird, dass dir über den Kopf wächst. Du musst zum Beispiel nicht eine vollständig funktionsfähige App designen. Konzentriere dich lieber auf einen einzelnen Touchpoint oder eine User Journey.

Hier sind einige Vorschläge für Projekte, die sich für Anfänger*innen gute eignen:

  1. Blog
  2. Online Shop
  3. Agentur-Website
  4. Designe eine User Journey um online im Restaurant zu reservieren
  5. Designe Check-In in einer Flug-App 
  6. Redesigne existierende Websites oder Apps, die du verbesserungswürdig findest

Best practice: Wie präsentierst du ein UX Portfolio?

Ein UX Portfolio sollte ansprechend gestaltet sein und natürlich selbst auf die wichtigsten Regeln der User Experience achten. Sei konsistent in Typographie und Farbwahl, achte auf die Details. Sei penibel!

Denke auch daran, dass Recruiter wenig Zeit haben. Gestalte dein Portfolio so, dass man in 1 Minute das Wichtigste überblicken kann. Du brauchst Text, aber überfrachte deine Case Studies nicht. Fasse dich kurz und arbeite mit White Space, um es den Augen leicht zu machen.

Hier hat sich der Designer Alex Cornell die Mühe gemacht, das “schlechteste Portfolio ever” zu kreiieren. Schau dir unbedingt an, wie man es nicht machen sollte, und lerne! 

Ok, ich kann aber nicht programmieren. Wie kann ich ein trotzem bestechendes UX Portfolio auf die Beine stellen?

Zum Glück ist es schon lange kein Problem mehr, auch ohne technisches Hintergrundwissen tolle Websites zu gestalten. Auch für Portfolios gibt es praktische Lösungen für ein überzeugendes Design, ohne dich lange mit technischen Problemen oder Code herumschlagen zu müssen.

  1. WordPress

Wenn du ein Portfolio mit WordPress erstellen willst, ist der Eigenaufwand in der Gestaltung vermutlich am größten. Bastler*innen erfreuen sich aber an der großen Flexibilität. Mit dem richtigen Theme und den passenden Plugins ist fast nichts unmöglich. 

  1. Wix

Bei Wix erstellst du deine Website mit einem Baukastensystem, es gibt spezielle Vorlagen, die besonders für Lebensläufe und Portfolios geeignet sind. 

  1. Squarespace

   Squarespace ist sozusagen die stylische Cousine von Wix.  Das Prinzip ist ähnlich, aber Squarespace legt noch ein bisschen mehr Wert auf ultramodernes Design

  1. Carbonmade und UX.folio

Die beiden Startups Carbonmade und ux.folio haben sich auf Portfolios für Kreative spezialisiert. Hier kannst du dein Portfolio besonders schnell und schick auf die Beine stellen. 

Fazit

Eine UX Portfolio zusammenzustellen, ist kein Hexenwerk. Aber wenn du damit einen Job landen willst, solltest du bereit sein, viel Aufmerksamkeit und Mühe ins Portfolio zu investieren. Denk’ daran, dass deine Mitbewerber*innen ebensoviel oder sogar mehr Aufwand betreiben, um den Job zu ergattern. Übergehe deshalb keine Flüchtigkeitsfehler, achte auf die Details und scheue dich nicht davor, deinem Portfolio einen Hauch Persönlichkeit zu verleihen, um aus der Masse hervorzustechen. Überlege dir, wer das Portfolio betrachten wird und mache es diesen Personen leicht, in kurzer Zeit die wichtigsten Punkte zu erfassen. Deshalb haben rein dekorative, wilde Effekte und Animationen in einem Portfolio nichts zu suchen. Falls du noch nicht genau weißt, wie dein Portfolio aussehen könnte, hier findest du einige UX Portfolios zur Inspiration.

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